• Patricia

How To Worbla: Materialkunde

Inzwischen gibt es so viele Worbla Sorten, dass man eigentlich nicht einfach nur noch von dem "Worbla" reden kann. Meist ist mir Worbla das erste Produkt gemeint, dass Worbla's Finest Art. Inzwischen gibt es aber schon 9 Worbla Sorten!

Diese möchte ich in diesem Beitrag mal etwas genauer beleuchten; vor allem mit Tipps & Tricks aus jahrelanger Erfahrung in der Anwendung. Generell gilt bei allen Sorten: Reste nicht wegschmeißen, sondern weiter verwenden!



Worbla's Finest Art


Arbeitstemperatur: 80 - 90 Grad Celsius


Kleber: Hat einen starken Eigenkleber und ist daher leicht zu verarbeiten, auch in Verbindung mit anderen Thermoplasten.


Einsatzgebiet: Besonders gut zur Darstellung von rauen Oberflächen, wie Leder, Holz oder rostiges Metall. Ich nutze es besonders gerne für Rindenoptik, da es selbst feine Holzspäne hat.


Man muss vorsichtig sein, sobald das Material erhitzt ist klebt es wirklich gerne mal überall fest, bzw. aneinander. Will man das WTA komplett glätten, muss man es ordentlich grundieren.


Worbla's KobraCast Art


Arbeitstemperatur: 80 - 90 Grad Celsius (reagiert aber schon bei geringeren Temperaturen).


Kleber: Hat einen sehr starken Eigenkleber und sollte mit nassen Fingern (wie Gips) aufgelegt werden. Es klebt sehr schnell zusammen.


Einsatzgebiet: Hauchdünne Abformungen von Gegenständen (wie zB. Geweihen) ist hiermit zu machen. Da es sehr gut zusammen klebt, kann man nahtlose Übergänge schaffen. Auch auf der Haut ist es gut auszuhalten, wenn es leicht abgekühlt ist.


Worbla's Black Art


Arbeitstemperatur: 80 - 90 Grad Celsius


Kleber: Hat einen mittleren bis leichten Eigenkleber


Einsatzgebiet: Da das Black Art keine Späne oder grobe Bestandteile besitzt und sehr glatt ist, kann man mit diesem Material besonders gut Detailabformungen machen oder mit Formen arbeiten. Es ist dicker, als das KobraCast Art und daher reicht meist schon eine Schicht um einen detailgetreuen Abdruck zu machen. Der Eigenkleber ist in Ordnung. In Verbindung mit anderen Thermoplasten ausreichen. Bei Teststücken kann man das Black Art etwas leichter wieder trennen, sollte man es abermals verarbeiten wollen.



Worbla's Transpa Art


Arbeitstemperatur: ab ca. 120 Grad Celsius


Kleber: Hat keinen Eigenkleber


Einsatzgebiet: Damit das Material so schon klar bleiben konnte, musste hier auf einen Kleber verzichtet werden. Daher rate ich bei vielen Projekten zum Heißkleber. Tatsächlich klebt das Transpa Art aber schon gerne mal an sich selbst, wenn man eine gewisse Hitze erreicht. Hier muss man nur Acht geben, dass es nicht beginnt zu "zerfließen", also bitte nicht mit 500 Grad dran gehen, lieber langsam heran tasten! Ich benutze es für alles was irgendwie durchsichtig sein muss. Kristalle, Visiere, Glasnachbildung, transparente Kerne und so weiter. Da es erst bei sehr hohen Temperaturen aktiviert ist, sollte man hier Handschuhe tragen. Am besten welche ohne Struktur, da sich gerne alles (besonders Fingerabdrücke) im Material wiederfinden.


Worbla's Meshed Art


Arbeitstemperatur: 80 - 90 Grad Celsius


Kleber: Hat einen starken Eigenkleber und ein Netz auf einer Seite


Einsatzgebiet: Auf der einen Seite ist das Meshed Art sehr glatt und klebrig und auf der Anderen hat es ein durchgängiges Netz, welches dem Material eine große Stabilität verleiht. So kann man auch Gegenstände bauen, die nur eine Schicht haben und trotzdem nicht reißen. Wenn man zum Beispiel dünnes Leder auf eine Schicht Meshed Art spannt, reicht das meist schon für einen ordentlichen Armschutz. Ich benutze es meist im Rüstbereich. Brustplatten, Armschienen, und Helme haben schon daraus bestanden. Toll für's LARP!


Worbla's Pearly Art


Arbeitstemperatur: 80 - 90 Grad Celsius


Kleber: Hat einen mittleren bis leichten Eigenkleber


Einsatzgebiet: Es ist dem Black Art auf den ersten Blick recht ähnlich, hat aber eine seidigere, dichtere Struktur und eignet sich daher nicht so gut für Formen-Abdrücke, wie das Black Art. Dennoch ist die Oberfläche schön für besonders glatte Projekte. Besonders toll ist es auch, wenn man LED-Licht streuen möchte. Auch für feine Figuren und Modellagen ist es durchaus geeignet.





Worbla's FlameRed Art


Arbeitstemperatur: 80 - 90 Grad Celsius


Kleber: Hat einen starken Eigenkleber


Einsatzgebiet: Das FlameRed Art ist nach der DIN 4102-1 als “B1 – schwer entflammbar” zertifiziert. Durch die besondere Produktion daher auch etwas teurer, als die anderen Produkte. Sollte man also eine schwere Entflammbarkeit nicht unbedingt benötigen, rate ich zum WBA oder WPA. Von der Oberfläche ähnelt es dem Meshed Art, nur ohne Netz. Fingerabdrücke sieht man sofort, so fein ist die Struktur des Materials (also Latexhandschuhe tragen!). Übergänge können problemlos eingearbeitet werden, man muss also nicht schleifen. Ein tolles Material für Detailarbeiten wie Rüstungen, Modeladen oder Gegenstände mit ganz glatter Oberfläche.



Worbla's Deco Art


Arbeitstemperatur: ab ca. 65 Grad Celsius


Kleber: Hat einen sehr starken Eigenkleber


Einsatzgebiet: Für jede Art von Abdruck ist es fantastisch. Auch erstarrtes Metall kann man toll damit darstellen. Aber Achtung: Immer Wasser in der Nähe behalten. Es klebt wie Heißkleber und sollte nur mit feuchten Fingern angefasst werden!


Worbla's Crystal Art


Arbeitstemperatur: ab ca. 110 Grad Celsius


Kleber: Hat einen starken Eigenkleber


Einsatzgebiet: Eines meiner Lieblinge. Einmal erhitzt kann man es in Formen pressen; wie eine Knetmasse modellieren; zu Kristallen formen und auf andere Thermoplaste kleben. Wenn es erhitzt ist, reicht auch der Eigenkleber. Da wir auch hier mit hohen Temperaturen arbeiten, sollten Handschuhe getragen werden und Wasser als Trennmittel verwendet werden. Das WCA verwende ich für fast alle transparenten Projekte. Ich habe auch schon Armschienen daraus gebaut (mit einer Schicht WTA drunter) und die Löcher mit Nieten versehen. Sobald das WCA erkaltet ist, hat es auch eine erstaunliche Reißfestigkeit. Je dicker es wird, umso milchiger erscheint es. Die Oberfläche kann nach Fertigstellung abermals leicht mit Hitze behandelt werden und erhält dadurch einen schönen Glanz.


 

Die Fotos kommen direkt von www.cast4art.de und dort findet ihr auch weitere (technische) Informationen zu den Materialien.


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